Schildwall verband die HSE-Steuerung mit einer geführten Personalorganisation vor Ort. HSE-Manager, Gasanalysten, Brand-, Sicherungs- und Atemschutzposten sowie Sicherheitsaufsichten übernahmen unterschiedliche Aufgaben innerhalb einer abgestimmten Struktur. Die Personalkoordination führte die Einsatzbedarfe zusammen und stimmte die Besetzung mit den zuständigen BASF-Stellen und der Schildwall-Standortleitung ab.
Projektbezogenes HSE-Management. Die HSE-Manager entwickelten gemeinsam mit den verantwortlichen Projektstellen Sicherheitsstrategien und Schutzkonzepte. Sie begleiteten Fremdfirmenschnittstellen, koordinierten Begehungen und unterstützten die Abstimmung von Freigabeprozessen und Schutzmaßnahmen. Festgestellte Abweichungen wurden in die Maßnahmenverfolgung aufgenommen. Aus den jeweiligen Gefährdungen ergaben sich die Anforderungen an Arbeitsabläufe, Absicherung und persönliche Schutzausrüstung.
Einsatzplanung und personelle Kontinuität. Die Personalkoordination berücksichtigte Art, Umfang, Ort und Zeitpunkt der Arbeiten sowie die dafür benötigten Sicherheitsfunktionen. Sie stimmte aktuelle Besetzungen und kommende Verfügbarkeiten ab und organisierte Anpassungen bei kurzfristigen Änderungen oder Ausfällen. Sicherheitsaufsichten meldeten die Situation aus den Arbeitsbereichen zurück. So konnten Personalplanung und operative Betreuung aufeinander abgestimmt werden, auch wenn mehrere Projekte gleichzeitig Bedarf hatten.
Kontrollen vor Arbeitsbeginn. Die Sicherungsposten führten vor Ort einen letzten Sicherheitscheck anhand von Checklisten durch, die sogenannte Last Minute Risk Analysis (LMRA). Dabei kontrollierten sie die relevanten Freigabescheine, die persönliche Schutzausrüstung sowie Flucht- und Rettungswege. Sie prüften, ob die vorgesehenen Rettungsmittel bereitstanden, und berücksichtigten die relevanten Messwerte. Ihre Aufgabe war die Überwachung und Kontrolle der vereinbarten Schutzbedingungen; die Arbeitsfreigabe verblieb bei den dafür zuständigen Stellen.
Freimessen und Begleitung von Befahrungen. Gasanalysten führten Freimessungen durch und dokumentierten die Ergebnisse. Während der Arbeiten überwachten Sicherungsposten die festgelegten Schutzbedingungen und die relevanten Messwerte zum Sauerstoffgehalt und zu brennbaren Gasen beziehungsweise Dämpfen. Bei Befahrungen behielten sie die anwesenden Personen im Blick, kontrollierten den Zugang am Mannloch und achteten auf freie Rettungswege. Notfallmaßnahmen und Meldewege waren mit den Beteiligten abzustimmen. Bei Abweichungen oder Ereignissen wurde die festgelegte Meldekette genutzt.
Fachliche Führung im Feld. Die Sicherheitsaufsichten koordinierten die Sicherungsposten, kontrollierten deren Einsatz und unterstützten sie bei komplexeren fachlichen oder organisatorischen Fragen. Sie waren Ansprechpartner für Verantwortliche von BASF und der beteiligten Kontraktoren. Toolbox-Meetings und Sicherheitskurzgespräche vermittelten die Anforderungen der jeweiligen Tätigkeiten. Unsichere Situationen und besondere Vorkommnisse wurden an die zuständigen Stellen gemeldet und dokumentiert.
Qualifikation und Zusammenarbeit am Standort. Die unterschiedlichen Aufgaben verlangten nach einsatzbezogener Qualifikation, praktischer Einarbeitung und Kenntnis der standortspezifischen Abläufe. Für die Führung der Teams waren zusätzlich Erfahrung, Ortskenntnis und klare Kommunikation wichtig. Für die Zusammenarbeit über Einsätze und Schichten hinweg waren verlässliche Übergaben wichtig: Informationen zu laufenden Arbeiten, Schutzbedingungen und offenen Punkten mussten die nachfolgenden Kräfte erreichen.
Ergänzende Materialversorgung und Safety-Logistik. Safety-Shops und mehrere dezentrale Ausgabestrukturen auf dem Werksgelände unterstützten die Arbeit der Teams. Über eigene Ausgabesysteme wurden PSA, Gasmesstechnik und weiteres Safety Equipment nah am jeweiligen Einsatzbereich bereitgestellt und zurückgenommen. Wartung und Nutzungsdokumentation waren unmittelbar in die Ausgabestruktur eingebunden. Diese Versorgung ergänzte die personelle Betreuung und verband die Einsatzplanung mit der Verfügbarkeit der benötigten Ausrüstung.