HSE-Management bei Turnarounds und Anlagenstillständen in der Chemieindustrie

HSE-Management und operative Industriesicherheit bei einem Anlagenstillstand in der ChemieindustrieSymbolbild

Projekt auf einen Blick

BASF | Chemie- und Prozessindustrie | 65 Projekte

Über 60 Monate hinweg begleitete Schildwall durchgehend 65 Projekte am BASF-Verbundstandort in Ludwigshafen. Das Leistungsspektrum umfasste HSE-Management, Gasanalysten, Sicherungsposten, Sicherheitsaufsichten und Safety-Logistik.

In Spitzenphasen koordinierte Schildwall gleichzeitig mehr als 50 Sicherheitskräfte, darunter bis zu fünf HSE-Manager. Die betreuten Maßnahmen reichten von planbarer Instandhaltung bis zu zeitkritischen Turnarounds und Stillständen.

60 Monate
durchgehende Projektbetreuung am Standort
65
begleitete Projekte
bis zu 5
HSE-Manager in Spitzenphasen
50+
gleichzeitig eingesetzte Sicherheitskräfte

Projektstruktur

Ausgangslage

Der BASF-Verbundstandort in Ludwigshafen erstreckt sich über mehrere Quadratkilometer und verbindet zahlreiche Produktionsanlagen, technische Infrastrukturen, Verkehrswege und Logistikbereiche. Innerhalb dieses weitläufigen Umfelds begleitete Schildwall über 60 Monate hinweg 65 Projekte. Die Aufgaben reichten von planbarer Instandhaltung und Revisionen bis zu zeitkritischen Turnarounds und Anlagenstillständen.

Bei diesen Maßnahmen wurden Anlagen geöffnet und Behälter, Apparate sowie Rohrleitungen für Arbeiten vorbereitet. Restenergien, mögliche Gefahrstoffexpositionen und die Bedingungen in engen Räumen mussten dabei berücksichtigt werden. Während einzelne Anlagenbereiche stillstanden, liefen Produktion, Werksverkehr und Standortlogistik in anderen Bereichen weiter. Mehr als 20 Arbeitsbereiche konnten gleichzeitig aktiv sein.

Die Betreuung erforderte deshalb unterschiedliche Sicherheitsfunktionen: HSE-Manager für die projektbezogene Steuerung, Gasanalysten für Freimessungen, Sicherungsposten unmittelbar an den Arbeitsstellen und Sicherheitsaufsichten für die Führung im Feld. In Spitzenphasen waren gleichzeitig mehr als 50 Sicherheitskräfte eingesetzt, darunter bis zu fünf HSE-Manager.

Diese personelle Präsenz musste zu den tatsächlichen Arbeiten passen. Ein anstehender Behältereinstieg stellte andere Anforderungen an Besetzung, Vorbereitung und Kommunikation als eine laufende Instandhaltungsmaßnahme. Die Einsatzorganisation verband deshalb die Planung der jeweiligen Projekte mit den Aufgaben und Qualifikationen der Mitarbeitenden vor Ort.

Herausforderungen

Viele Arbeitsstellen gleichzeitig betreuen. An benachbarten Anlagen und in räumlich getrennten Bereichen arbeiteten interne Teams und Kontraktoren parallel. Sicherheitsinformationen mussten die zuständigen Personen rechtzeitig erreichen. Die großen Entfernungen auf dem Werksgelände machten klare Zuständigkeiten und erreichbare Ansprechpartner besonders wichtig.

Personalbedarf an wechselnde Projektphasen anpassen. Während Turnarounds konzentrierten sich zahlreiche Arbeiten auf begrenzte Stillstandsfenster. Einsatzstärke, Qualifikationsbedarf und Arbeitsorte veränderten sich mit dem Projektfortschritt. Neben der geplanten Besetzung mussten auch kurzfristige Änderungen und Störungen in der Personalverfügbarkeit berücksichtigt werden, ohne den Überblick über die übrigen Arbeitsbereiche zu verlieren.

Freigaben und tatsächliche Arbeitsbedingungen zusammenführen. Erlaubnisscheine, Freimessungen und festgelegte Schutzmaßnahmen bildeten die Grundlage der Arbeiten. Vor Ort musste geprüft werden, ob die vorgesehenen Bedingungen tatsächlich vorlagen: von der passenden persönlichen Schutzausrüstung bis zu freien Flucht- und Rettungswegen. Veränderungen während der Ausführung mussten erkannt und über die vereinbarten Wege gemeldet werden.

Befahrungen und Arbeiten in Gefahrstoffbereichen begleiten. Bei Behältern, Apparaten und engen Räumen kamen mehrere Aufgaben zusammen: die Beurteilung der Atmosphäre, die Überwachung der Schutzbedingungen, die Übersicht über anwesende Personen und vorbereitete Notfallabläufe. Gasanalysten, Sicherungsposten und verantwortliche Projektstellen mussten dabei mit einem gemeinsamen Informationsstand arbeiten.

Eine einheitliche Arbeitsweise über Teams und Schichten hinweg erhalten. Unterschiedliche Tätigkeiten und wechselnde Einsatzzeiten verlangten nach klar definierten Verantwortlichkeiten, belastbaren Kommunikationswegen und verlässlichen Übergaben. Fachliche Führung, praktische Einweisung und verständliche Sicherheitsgespräche waren deshalb ebenso wichtig wie die reine Zahl der eingesetzten Kräfte.

Unser Beitrag

Schildwall verband die HSE-Steuerung mit einer geführten Personalorganisation vor Ort. HSE-Manager, Gasanalysten, Brand-, Sicherungs- und Atemschutzposten sowie Sicherheitsaufsichten übernahmen unterschiedliche Aufgaben innerhalb einer abgestimmten Struktur. Die Personalkoordination führte die Einsatzbedarfe zusammen und stimmte die Besetzung mit den zuständigen BASF-Stellen und der Schildwall-Standortleitung ab.

Projektbezogenes HSE-Management. Die HSE-Manager entwickelten gemeinsam mit den verantwortlichen Projektstellen Sicherheitsstrategien und Schutzkonzepte. Sie begleiteten Fremdfirmenschnittstellen, koordinierten Begehungen und unterstützten die Abstimmung von Freigabeprozessen und Schutzmaßnahmen. Festgestellte Abweichungen wurden in die Maßnahmenverfolgung aufgenommen. Aus den jeweiligen Gefährdungen ergaben sich die Anforderungen an Arbeitsabläufe, Absicherung und persönliche Schutzausrüstung.

Einsatzplanung und personelle Kontinuität. Die Personalkoordination berücksichtigte Art, Umfang, Ort und Zeitpunkt der Arbeiten sowie die dafür benötigten Sicherheitsfunktionen. Sie stimmte aktuelle Besetzungen und kommende Verfügbarkeiten ab und organisierte Anpassungen bei kurzfristigen Änderungen oder Ausfällen. Sicherheitsaufsichten meldeten die Situation aus den Arbeitsbereichen zurück. So konnten Personalplanung und operative Betreuung aufeinander abgestimmt werden, auch wenn mehrere Projekte gleichzeitig Bedarf hatten.

Kontrollen vor Arbeitsbeginn. Die Sicherungsposten führten vor Ort einen letzten Sicherheitscheck anhand von Checklisten durch, die sogenannte Last Minute Risk Analysis (LMRA). Dabei kontrollierten sie die relevanten Freigabescheine, die persönliche Schutzausrüstung sowie Flucht- und Rettungswege. Sie prüften, ob die vorgesehenen Rettungsmittel bereitstanden, und berücksichtigten die relevanten Messwerte. Ihre Aufgabe war die Überwachung und Kontrolle der vereinbarten Schutzbedingungen; die Arbeitsfreigabe verblieb bei den dafür zuständigen Stellen.

Freimessen und Begleitung von Befahrungen. Gasanalysten führten Freimessungen durch und dokumentierten die Ergebnisse. Während der Arbeiten überwachten Sicherungsposten die festgelegten Schutzbedingungen und die relevanten Messwerte zum Sauerstoffgehalt und zu brennbaren Gasen beziehungsweise Dämpfen. Bei Befahrungen behielten sie die anwesenden Personen im Blick, kontrollierten den Zugang am Mannloch und achteten auf freie Rettungswege. Notfallmaßnahmen und Meldewege waren mit den Beteiligten abzustimmen. Bei Abweichungen oder Ereignissen wurde die festgelegte Meldekette genutzt.

Fachliche Führung im Feld. Die Sicherheitsaufsichten koordinierten die Sicherungsposten, kontrollierten deren Einsatz und unterstützten sie bei komplexeren fachlichen oder organisatorischen Fragen. Sie waren Ansprechpartner für Verantwortliche von BASF und der beteiligten Kontraktoren. Toolbox-Meetings und Sicherheitskurzgespräche vermittelten die Anforderungen der jeweiligen Tätigkeiten. Unsichere Situationen und besondere Vorkommnisse wurden an die zuständigen Stellen gemeldet und dokumentiert.

Qualifikation und Zusammenarbeit am Standort. Die unterschiedlichen Aufgaben verlangten nach einsatzbezogener Qualifikation, praktischer Einarbeitung und Kenntnis der standortspezifischen Abläufe. Für die Führung der Teams waren zusätzlich Erfahrung, Ortskenntnis und klare Kommunikation wichtig. Für die Zusammenarbeit über Einsätze und Schichten hinweg waren verlässliche Übergaben wichtig: Informationen zu laufenden Arbeiten, Schutzbedingungen und offenen Punkten mussten die nachfolgenden Kräfte erreichen.

Ergänzende Materialversorgung und Safety-Logistik. Safety-Shops und mehrere dezentrale Ausgabestrukturen auf dem Werksgelände unterstützten die Arbeit der Teams. Über eigene Ausgabesysteme wurden PSA, Gasmesstechnik und weiteres Safety Equipment nah am jeweiligen Einsatzbereich bereitgestellt und zurückgenommen. Wartung und Nutzungsdokumentation waren unmittelbar in die Ausgabestruktur eingebunden. Diese Versorgung ergänzte die personelle Betreuung und verband die Einsatzplanung mit der Verfügbarkeit der benötigten Ausrüstung.

Leistungen im Projekt

  • Projektbezogenes HSE-Management für 65 Einzelprojekte am BASF-Verbundstandort Ludwigshafen
  • HSE-Steuerung für Turnarounds, Revisionen und Instandhaltungsmaßnahmen
  • Einsatz von bis zu fünf HSE-Managern und gleichzeitig mehr als 50 Sicherheitskräften in Spitzenphasen
  • Personal- und Einsatzkoordination für wechselnde Projektphasen, Schichten und kurzfristige Bedarfe
  • Sicherheitsaufsichten zur fachlichen Führung, Unterstützung und Koordination der Sicherungsposten
  • Sicherheitschecks vor Arbeitsbeginn einschließlich LMRA, Freigabeschein-, PSA- und Rettungswegkontrollen
  • Freimessen von Behältern, Apparaten und Rohrleitungen mit dokumentierten Ergebnissen
  • Brand-, Sicherungs- und Atemschutzposten bei sicherheitskritischen Arbeiten und Befahrungen
  • Überwachung vereinbarter Schutzbedingungen und relevanter Gaswarnwerte während der Arbeiten
  • Toolbox-Meetings, Sicherheitskurzgespräche sowie Meldung und Dokumentation von Abweichungen
  • Begleitung von Arbeitsfreigabeprozessen und Abstimmung mit BASF und beteiligten Kontraktoren
  • Koordination von Fremdfirmenschnittstellen und mehr als 20 parallelen Arbeitsbereichen
  • Ergänzende Safety-Shops und Ausgabestationen für PSA, Gasmesstechnik und Safety Equipment einschließlich Wartung und Nutzungsdokumentation

Die Wirkung im Projekt

Über den gesamten 60-monatigen Betreuungszeitraum blieben die von Schildwall betreuten Bereiche ohne schweren Arbeitsunfall. Sicherheitsmängel in diesen Bereichen führten weder zu Baustopps noch zu Terminverzögerungen.

Für die betreuten Projekte entstand eine zusammenhängende Sicherheitsorganisation mit klaren Ansprechpartnern auf mehreren Ebenen. Die HSE-Manager begleiteten die projektbezogenen Anforderungen, Sicherheitsaufsichten führten die Kräfte im Feld und Sicherungsposten waren unmittelbar an den Arbeitsstellen präsent. Die Personalkoordination hielt die Verbindung zwischen den Bedarfen der Projekte und der verfügbaren Besetzung.

Teamstärken konnten an Stillstandsfenster und Projektspitzen angepasst werden, während Führung, Dokumentation und Eskalation in einer gemeinsamen Struktur blieben. Die Verbindung aus fachlicher Planung, operativer Präsenz und laufender Abstimmung bildete damit die Grundlage für die Betreuung vieler gleichzeitiger Arbeiten an einem weitläufigen Chemiestandort.

Projektaufnahmen

Einblicke aus der Praxis

Fachkraft mit mobilem Gasmessgerät und Messsonde an einer geöffneten Industrieanlage.
Gasmessung vor Ort an der Anlage.
Zwei Mitarbeitende in Schutzausrüstung bauen ein Dreibein neben einer Anlagenöffnung auf.
Aufbau eines Dreibeins an der Anlage.

Branchenanforderungen

HSE-Management bei Turnarounds und Anlagenstillständen in der Chemieindustrie

Turnarounds, Revisionen und Anlagenstillstände verdichten zahlreiche sicherheitskritische Tätigkeiten auf ein enges Zeitfenster. Anlagenteile werden geöffnet, Restenergien müssen berücksichtigt und mögliche Gefahrstoffexpositionen beurteilt werden. Gleichzeitig arbeiten interne und externe Teams an benachbarten Arbeitsstellen. Wirksames HSE-Management in der Chemieindustrie verbindet deshalb die fachliche Vorbereitung mit einer Personalorganisation, die auch während der Ausführung ansprechbar und handlungsfähig bleibt.

Dabei greifen unterschiedliche Aufgaben ineinander: HSE-Manager begleiten die übergeordnete Abstimmung von Schutzmaßnahmen und Fremdfirmenschnittstellen. Sicherheitsaufsichten unterstützen die Kräfte im Feld, während Sicherungsposten die vereinbarten Bedingungen unmittelbar an der Arbeitsstelle überwachen. Gasanalysten übernehmen die erforderlichen Freimessungen. Eine abgestimmte Einsatzplanung berücksichtigt, welche Funktionen zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort benötigt werden. Qualifikation, Einweisung und Übergaben sind dabei ebenso wesentlich wie die Verfügbarkeit des Personals.

Gerade bei Arbeiten in Behältern, Apparaten und engen Räumen müssen Vorbereitung und laufende Überwachung zusammenpassen. Arbeitsfreigaben, Messungen, persönliche Schutzausrüstung und Notfallabläufe beziehen sich auf eine konkrete Tätigkeit und deren Umgebung. Ändern sich die Bedingungen, brauchen die Beteiligten klare Melde- und Abstimmungswege. Toolbox-Meetings, Begehungen und die Nachverfolgung von Maßnahmen unterstützen diese Zusammenarbeit. Safety-Shops und Ausgabestationen ergänzen die Betreuung, indem sie die benötigte Ausrüstung für die Teams vor Ort verfügbar machen.

Rückruf-Service

Wir rufen Sie zurück

Hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer. Wir melden uns bei Ihnen.

* Pflichtangaben · Ihre Angaben werden verschlüsselt übermittelt.

Lieber direkt sprechen? +49 (0)176 246 512 52