HSE-Management im Data-Center-Bau für Notstromtechnik Clasen (NTC)

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Projekt auf einen Blick

Notstromtechnik Clasen (NTC) | Zwei Rechenzentrumsbaustellen | Notstromversorgung

Für die Notstromtechnik-Clasen GmbH (NTC) stellte Schildwall auf zwei Rechenzentrumsbaustellen jeweils einen HSE-Manager in Vollzeit. Im Mittelpunkt stand die Arbeitssicherheit bei der Montage der Notstromanlagen. NTC verantwortete als Fachunternehmen die Lieferung und den Einbau der Notstromaggregate. Zu den besonderen Herausforderungen gehörten die Einbringung von Kraftstofftanks, schwere Hebevorgänge und die Montage von Schornsteinen und weiteren Anlagenkomponenten auf dem Dach.

Unsere HSE-Manager unterstützten NTC unmittelbar vor Ort: Sie prüften Gefährdungsbeurteilungen und Arbeitsablaufbeschreibungen, führten Unterweisungen und Toolbox-Talks durch, begleiteten die Abstimmung von Hebevorgängen und Arbeitsfreigaben und verfolgten Feststellungen aus Baustellenbegehungen. Dabei bezogen sie auch die von NTC eingesetzten Zulieferer, Nachunternehmer und Folgegewerke in die HSE-Betreuung ein.

2
Rechenzentrumsbaustellen
Je 1
HSE-Manager pro Baustelle
Vollzeit
Betreuung vor Ort
Notstromtechnik
Fachgewerk im Rechenzentrumsbau

Projektstruktur

Ausgangslage

Die Notstromversorgung ist ein wesentlicher Bestandteil der technischen Infrastruktur eines Rechenzentrums. Ihr Aufbau umfasst mehr als das Aufstellen einzelner Aggregate: Große Komponenten müssen angeliefert, zum Einbauort transportiert und in eine Anlage mit Kraftstoffversorgung und Abgasführung eingebunden werden. Dabei treffen mechanische Montage, Baustellenlogistik und Arbeiten in der Höhe aufeinander.

Bei den beiden von Schildwall betreuten Baustellen war NTC mit seinem Fachgewerk in eine übergeordnete Bauorganisation eingebunden. Anlieferungen, die Nutzung von Verkehrs- und Montageflächen sowie sicherheitsrelevante Tätigkeiten unterlagen projektspezifischen Abstimmungs- und Freigabeverfahren. Die HSE-Betreuung musste deshalb sowohl die konkrete NTC-Montage als auch ihre Schnittstellen zu den übrigen Arbeiten auf der Baustelle berücksichtigen.

Mit jeweils einem HSE-Manager in Vollzeit erhielt NTC eine kontinuierliche Begleitung vor Ort. Diese Präsenz verband die Prüfung der Arbeitsvorbereitung mit dem Blick auf die tatsächliche Montagesituation: Welche Tätigkeit stand an, welche Gefährdungen ergaben sich daraus und passten die vorgesehenen Schutzmaßnahmen zu den aktuellen Bedingungen?

Herausforderungen

Schwere Hebevorgänge bis auf das Dach. Die Montage der Notstromtechnik erforderte das Bewegen großer Anlagenkomponenten. Besonders bei den Schornsteinen kamen schwere Lasten und ein hoch gelegener Montageort zusammen. Für die sichere Vorbereitung mussten Hebeablauf, Lastweg, Anschlagkonzept, Kommunikation und abgesperrte Bereiche aufeinander abgestimmt sein. Ebenso wichtig war die Schnittstelle zur Baustellenlogistik: Kranaufstellung, Anlieferung und Montagebereich mussten zur geplanten Reihenfolge passen, während andere Gewerke ihre Arbeiten fortführten.

Kraftstofftanks als eigene Montageaufgabe. Auch das Einbringen der Tanks verlangte eine genaue Betrachtung der Transport- und Einbausituation. Große Bauteile, eingeschränkte Bewegungsräume und das Positionieren am Einbauort stellen besondere Anforderungen an Arbeitsablauf und Gefahrenbereich. Hinzu kommt die spätere Funktion als Teil der Kraftstoffversorgung. Für die Gefährdungsbeurteilung ist deshalb entscheidend, den jeweiligen Arbeitszustand zu betrachten: Die mechanische Einbringung eines Tanks und spätere Tätigkeiten mit Betriebsstoffen erfordern unterschiedliche Schutzmaßnahmen.

Arbeiten in der Höhe und wechselnde Montagezustände. Bei der Dachmontage mussten sichere Zugänge, geeignete Arbeitsbereiche und der Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen zusammenpassen. Die Beurteilung durfte sich dabei nicht nur auf die fertige Anlage beziehen. Gerade während des Aufbaus verändern sich die nutzbaren Flächen, die Zugänglichkeit einzelner Bauteile und die Abgrenzung zu benachbarten Tätigkeiten. Schutzmaßnahmen müssen auch in diesen Zwischenzuständen wirksam sein.

Abgestimmte Anlieferung und Flächennutzung. Auf den Baustellen waren Lieferungen, Entladebereiche und die Nutzung von Lager- und Vormontageflächen in die zentrale Logistik eingebunden. Für schwere Komponenten musste die Transportkette bis zum Montageort mitgedacht werden. Bereitgestelltes Material, Kranbetrieb und laufende Arbeiten durften Verkehrs- und Rettungswege nicht beeinträchtigen. Die Vorgaben der Baustellenorganisation und die Arbeitsvorbereitung des Fachgewerks mussten deshalb ineinandergreifen.

Arbeitsfreigaben, die zum tatsächlichen Ablauf passen. Die Unterlagen für eine Tätigkeit mussten Arbeitsfolge, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen nachvollziehbar beschreiben. Bei Hebevorgängen und Höhenarbeiten war die Abstimmung mit den zuständigen Projektverantwortlichen besonders wichtig. Änderungen der Arbeitsweise oder der Bedingungen vor Ort mussten in der weiteren Vorbereitung berücksichtigt werden. Eine Freigabe ist nur dann für die Ausführung hilfreich, wenn sie sich auf die tatsächlich geplante Tätigkeit bezieht.

Baustellenvorgaben und NTC-Arbeitsschutzkonzept zusammenführen. Für die von NTC eingesetzten Zulieferer, Nachunternehmer und Folgegewerke galten sowohl die Baustellenordnung und die Arbeitsschutzvorgaben des Bauherrn als auch die zusätzlichen Anforderungen von NTC. Diese Vorgaben mussten in der Arbeitsvorbereitung und bei der Ausführung durch die beteiligten Unternehmen berücksichtigt werden. Die HSE-Betreuung musste deshalb auch deren Tätigkeiten und Schnittstellen einbeziehen.

Unser Beitrag

Schildwall stellte für jede der beiden Rechenzentrumsbaustellen einen HSE-Manager in Vollzeit. Die Betreuung umfasste NTC sowie die von NTC eingesetzten Zulieferer, Nachunternehmer und Folgegewerke und war mit der übergeordneten Baustellenorganisation abgestimmt. Die HSE-Manager unterstützten die Verbindung zwischen den Anforderungen aus der Arbeitsvorbereitung und ihrer Umsetzung auf der Baustelle.

Ein Schwerpunkt war die Prüfung von Gefährdungsbeurteilungen und RAMS. Die Abkürzung steht für „Risk Assessments and Method Statements“, also die Beurteilung von Gefährdungen und die Beschreibung des vorgesehenen Arbeitsablaufs. Im Mittelpunkt standen die geplanten Tätigkeiten, ihre Reihenfolge und die dafür vorgesehenen Schutzmaßnahmen. Für die Montage der Notstromtechnik war dieser Zusammenhang besonders relevant, weil Transport, Hebevorgang und Montage am Einbauort unterschiedliche Gefährdungen mit sich bringen.

Die HSE-Manager begleiteten außerdem die Abstimmung von Hebevorgängen und Arbeitsfreigaben mit den jeweils zuständigen Beteiligten. Dabei wurde die Arbeitssicherheit des Fachgewerks in die vorhandenen Planungs- und Freigabeprozesse eingebracht. Der Beitrag von Schildwall lag in der HSE-Prüfung und Abstimmung der Tätigkeiten; die technischen Fachverantwortlichen und die vorgesehenen Freigabestellen blieben in ihre jeweiligen Aufgaben eingebunden.

Mit Unterweisungen und Toolbox-Talks wurden sicherheitsrelevante Themen in die tägliche Arbeit der Teams getragen. Baustellenbegehungen ergänzten die Dokumentenprüfung um die Situation vor Ort. Feststellungen wurden aufgegriffen und die daraus abgeleiteten Maßnahmen nachverfolgt. Die Vollzeitpräsenz ermöglichte es, Arbeitsvorbereitung, laufende Montage und Rückmeldungen aus den Begehungen unmittelbar miteinander zu verbinden.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Nachunternehmermanagement im Arbeitsschutz. Die HSE-Manager kontrollierten bei den beteiligten Unternehmen, ob sowohl die Baustellenordnung und die Arbeitsschutzvorgaben des Bauherrn als auch das Arbeitsschutzkonzept von NTC bei den jeweiligen Tätigkeiten eingehalten wurden. Festgestellte Abweichungen wurden mit den zuständigen Beteiligten besprochen und die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen nachverfolgt.

Leistungen im Projekt

  • Je ein HSE-Manager in Vollzeit auf zwei Rechenzentrumsbaustellen.
  • Prüfung von Gefährdungsbeurteilungen und RAMS für die Arbeiten des Fachgewerks.
  • Unterweisungen und Toolbox-Talks für die beteiligten Teams.
  • Baustellenbegehungen mit Nachverfolgung sicherheitsrelevanter Maßnahmen.
  • HSE-seitige Abstimmung schwerer Hebevorgänge und der Dachmontage.
  • Begleitung der Abstimmung von Arbeitsfreigaben mit den zuständigen Projektbeteiligten.
  • Nachunternehmermanagement im Arbeitsschutz: Kontrolle der Baustellenvorgaben und des NTC-Arbeitsschutzkonzepts bei den eingesetzten Zulieferern, Nachunternehmern und Folgegewerken.
  • Laufende Abstimmung mit der NTC-Bau- und Projektleitung sowie der Baustellenorganisation.

Die Wirkung im Projekt

NTC verfügte auf beiden Baustellen über einen festen HSE-Ansprechpartner in Vollzeit. Die Betreuung schloss die von NTC eingesetzten Zulieferer, Nachunternehmer und Folgegewerke ein und verband die übergeordneten Baustellenvorgaben mit dem NTC-eigenen Arbeitsschutzkonzept. Fragen aus der Arbeitsvorbereitung und Beobachtungen aus der Montage konnten im unmittelbaren Baustellenkontext bearbeitet werden.

Die Kombination aus Dokumentenprüfung, Unterweisungen, Begehungen und Maßnahmenverfolgung verband mehrere Ebenen der Betreuung. Die beschriebenen Arbeitsabläufe konnten mit den Bedingungen vor Ort abgeglichen und sicherheitsrelevante Feststellungen in die weitere Abstimmung eingebracht werden. Gerade bei schweren Hebevorgängen, Tankmontage und Arbeiten auf dem Dach lag darin der praktische Nutzen: Die HSE-Betreuung begleitete das Fachgewerk sowohl in der Vorbereitung als auch während seiner Ausführung.

Branchenanforderungen

Arbeitssicherheit in Rechenzentren beginnt in der Bau- und Montagephase

Rechenzentren sind auf eine zuverlässige technische Versorgung ausgelegt. Bereits ihr Bau stellt hohe Anforderungen an den Arbeitsschutz: Große Anlagenkomponenten werden in begrenzten Zeitfenstern angeliefert, mehrere Fachgewerke arbeiten in benachbarten Bereichen und Montageflächen verändern sich mit dem Baufortschritt. Wer die Arbeitssicherheit im Rechenzentrumsbau organisiert, muss deshalb einzelne Tätigkeiten und ihr Zusammenwirken betrachten. Ein geplanter Lastweg kann einen Verkehrsbereich berühren; ein Montageabschnitt auf dem Dach kann Schutzmaßnahmen für darunterliegende Arbeiten erfordern. HSE-Betreuung für Rechenzentren und digitale Infrastruktur setzt an diesen Schnittstellen an und verbindet die Arbeitsvorbereitung mit den Bedingungen der Baustelle.

Die Montage von Notstromaggregaten beziehungsweise Netzersatzanlagen macht diese Anforderungen besonders anschaulich. Aggregate, Kraftstofftanks und Abgasanlagen bringen unterschiedliche Gefährdungen mit: schwere Lasten und Quetschstellen beim Transport und Positionieren, Absturzgefährdungen bei Arbeiten in der Höhe sowie tätigkeitsabhängige Brand- und Umweltaspekte im Umgang mit Betriebsstoffen. Entscheidend ist die geplante Arbeit im jeweiligen Anlagenzustand. Der Einbau eines Tanks ist eine andere Tätigkeit als seine Befüllung; das Heben eines Bauteils verlangt andere Vorkehrungen als die anschließende Montage. Eine nachvollziehbare Gefährdungsbeurteilung und eine dazu passende Arbeitsablaufbeschreibung schaffen die Grundlage, diese Unterschiede in der Ausführung zu berücksichtigen.

Für ausführende Fachunternehmen besteht die Aufgabe zugleich darin, ihre eigene Sicherheitsorganisation mit den Vorgaben des Gesamtprojekts zu verbinden. HSE-Management unterstützt diese Abstimmung durch Präsenz vor Ort, klare Arbeitsvorbereitung, verständliche Unterweisungen und die Nachverfolgung von Maßnahmen. Bei Erweiterungen im laufenden Betrieb kommen zusätzliche Schnittstellen zur bestehenden Versorgung und zu den betrieblichen Abläufen hinzu. Welche Fragen daraus entstehen, erläutert unser Beitrag zum Erweitern von Rechenzentren im laufenden Betrieb.

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