Belastbare Messwerte für Gefahren, die man weder sehen noch riechen kann.
Wenn die Atmosphäre über den sicheren Arbeitsbeginn entscheidet.
Wann sind Freimessen und Atmosphärenüberwachung erforderlich?
Messtechnik im EinsatzKonfigurieren. Messen. Beurteilen.
Fachkundig freimessen
Vor Arbeiten in Tanks, Behältern, Silos und engen Räumen muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geklärt werden, welche Stoffe und Gemische vorhanden sind oder während der Tätigkeit auftreten können. In den meisten Fällen ist dafür ein Freimessen erforderlich. Gleiches kann beim Öffnen von Anlagen und Rohrleitungen sowie bei Reinigungs-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gelten.
Unsere fachkundigen und schriftlich beauftragten Personen zum Freimessen – im Industrieumfeld häufig als Gasanalysten bezeichnet – ermitteln an repräsentativen Messstellen den Sauerstoffgehalt sowie mögliche gesundheitsgefährdende oder brennbare Gase und Dämpfe. Die Messverfahren, Messstellen und Beurteilungskriterien werden auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung sowie der Stoff-, Anlagen- und Prozessinformationen festgelegt.
Eine Freimessung bildet die Atmosphäre für die konkrete Arbeitssituation ab. Können Rückstände ausgasen, Stoffe eindringen, Arbeitsverfahren die Atmosphäre verändern oder kann die Lüftung ausfallen, wird sie durch Wiederholungsmessungen oder eine kontinuierliche Atmosphärenüberwachung ergänzt.
Messleistungen & Messtechnik
Unser Leistungsportfolio
Atmosphäre fachkundig messen und beurteilen.
Von der Freimessung bis zur laufenden Überwachung.
01
Freimessen vor Einstieg und Arbeitsbeginn
Vor Beginn der Arbeiten ermitteln wir an repräsentativen Messstellen, ob Sauerstoffmangel oder -überschuss, gesundheitsgefährdende Stoffkonzentrationen oder eine mögliche explosionsfähige Atmosphäre vorliegen.
Die Messung wird auf den Arbeitsbereich, die zu erwartenden Stoffe und die vorgesehenen Tätigkeiten abgestimmt. Messstellen, Messzeitpunkt, eingesetzte Geräte und Verfahren sowie die ermittelten Werte werden nachvollziehbar dokumentiert. Die Ergebnisse fließen als fachliche Grundlage in das betriebliche Freigabeverfahren ein.
02
Ex-/Ox- und Mehrgasmessungen
Mit geeigneten Ein- und Mehrfachgaswarngeräten erfassen wir den Sauerstoffgehalt, ausgewählte toxische Gase sowie brennbare Gase und Dämpfe. Konzentrationen brennbarer Stoffe werden – abhängig von Messprinzip und Gerätekonfiguration – üblicherweise als Anteil der unteren Explosionsgrenze angezeigt.
Sensorbestückung, Messbereich und Gerätekonfiguration richten sich nach den erwarteten Gefährdungen. Ein Standardgerät ist nicht automatisch für jede Gas- oder Dampfatmosphäre geeignet.
03
VOC- und stoffspezifische Messungen
Für flüchtige organische Verbindungen können PID-Geräte sowie geeignete stoffspezifische Sensoren, Prüfröhrchen oder weitere Direktanzeigeverfahren eingesetzt werden.
PID-Messungen liefern ein breitbandiges, nicht stoffspezifisches Signal und eignen sich insbesondere für orientierende Messungen und die Beobachtung von Messwertverläufen. Für die gezielte Beurteilung einzelner Stoffe wählen wir ein Verfahren, das zum Zielstoff, Messbereich und erforderlichen Nachweisvermögen passt.
04
Wiederkehrende und kontinuierliche Atmosphärenüberwachung
Können sich die Bedingungen während der Arbeiten verändern, ergänzen wir die Freimessung durch wiederkehrende Einzelmessungen oder eine kontinuierliche Gaswarnüberwachung.
Je nach Einsatz kommen mobile Bereichsüberwachungen oder persönlich getragene Gaswarngeräte zum Einsatz. Festgelegte Alarmwerte und abgestimmte Reaktionen ermöglichen ein frühzeitiges Unterbrechen der Arbeiten, wenn sich die Atmosphäre kritisch verändert.
Messtechnik passend zur konkreten Messaufgabe.
Unser Gerätebestand ermöglicht die Kombination unterschiedlicher Messverfahren. Die Auswahl erfolgt nach Zielstoff, Messbereich, Nachweisvermögen, räumlichen Bedingungen und vorgesehener Überwachungsdauer.
01
Ein- und Mehrfachgaswarngeräte
Für Ex-/Ox- und Mehrgasmessungen stehen Geräte zur Erfassung des Sauerstoffgehalts, brennbarer Gase und Dämpfe sowie ausgewählter toxischer Gase zur Verfügung.
Zum Gerätebestand gehören unter anderem Dräger X-am 8000, Dräger X-am 5000 und weitere Ein- und Mehrfachgaswarngeräte.
02
VOC- und PID-Messtechnik
PID-Geräte wie der MiniRAE ermöglichen die breitbandige Erfassung flüchtiger organischer Verbindungen. Die Interpretation der Messwerte erfolgt unter Berücksichtigung des Zielstoffs, des verwendeten Referenzgases, möglicher Querempfindlichkeiten und der jeweiligen Gerätekonfiguration.
03
Stoffspezifische Messverfahren
Für definierte Zielstoffe können geeignete Einzelgassensoren, Prüfröhrchen sowie weitere Direktanzeige- und Probenahmeverfahren eingesetzt werden. Entscheidend sind der benötigte Messbereich, die erforderliche Nachweisgrenze und das vorgesehene Beurteilungsverfahren.
04
Pumpen, Sonden und Probenahmeschläuche
Pumpengestützte Systeme ermöglichen Messungen aus sicherer Position sowie Probenahmen an schwer zugänglichen Stellen und in unterschiedlichen Höhen oder Tiefen.
05
Mobile und personengebundene Gaswarnüberwachung
Für längerfristige Aufgaben steht Messtechnik für mobile Bereichsüberwachungen und persönlich getragene Gaswarnsysteme zur Verfügung. Gerätekonfiguration, Alarmgrenzen und Einsatzdauer werden auf die jeweilige Messaufgabe abgestimmt.
Punktuell, schichtbegleitend oder über die gesamte Projektlaufzeit.
Bereitstellungsmodelle
01
Einzelne Freimessung
Für klar abgegrenzte Arbeiten führen wir die erforderliche Messung vor Arbeitsbeginn oder vor Wiederaufnahme der Tätigkeit durch. Die Ergebnisse werden dokumentiert und der benannten verantwortlichen Person als Grundlage für das betriebliche Freigabeverfahren bereitgestellt.
02
Tätigkeits- und schichtbegleitende Überwachung
Können sich die atmosphärischen Bedingungen während der Arbeiten verändern, führen wir Wiederholungsmessungen durch oder überwachen definierte Arbeits- und Gefahrenbereiche kontinuierlich. Messpersonal und Messtechnik bleiben für den vereinbarten Zeitraum vor Ort.
03
Projektbezogene Messorganisation
Für Turnarounds, Revisionen und längerfristige Projekte planen wir Personal, Gerätebestand, Messpunkte und Dokumentation über mehrere Arbeitsbereiche und Schichten hinweg. Die Besetzung wird an Projektablauf, Freigabefenster und standortspezifische Vorgaben angepasst.
Wo gefährliche Atmosphären entstehen oder sich verändern können.
Typische Einsatzbereiche
01
EinsatzbereichBehälter, Tanks, Silos und enge Räume
Vor dem Einstieg wird die Atmosphäre an geeigneten Messpunkten sowie in unterschiedlichen Höhen und Tiefen geprüft. Können sich die Bedingungen während der Arbeiten verändern, folgen Wiederholungsmessungen oder eine kontinuierliche Überwachung.
02
EinsatzbereichSchächte, Gruben und schwer zugängliche Bereiche
In Bereichen mit eingeschränktem Luftaustausch können sich Gase und Dämpfe ansammeln oder Sauerstoff verdrängt werden. Pumpengestützte Messungen ermöglichen eine Prüfung bereits vor dem Betreten.
03
EinsatzbereichRohrleitungen, Apparate und Anlagenteile
Beim Öffnen, Trennen, Entleeren oder Spülen von Anlagenteilen können Reststoffe, Gase oder Dämpfe freigesetzt werden. Die Messung wird auf die erwarteten Stoffe und den jeweiligen Arbeitsschritt abgestimmt.
04
EinsatzbereichReinigungs-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten
Lüftung, Spülung, Reinigungsmittel und die ausgeführten Arbeiten können die Atmosphäre beeinflussen. Messumfang und Überwachungsintervalle werden deshalb an den tatsächlichen Arbeitsablauf angepasst.
05
EinsatzbereichTurnarounds, Stillstände und Revisionen
Bei parallel laufenden Arbeiten und wechselnden Anlagenzuständen entstehen zahlreiche Messaufgaben innerhalb kurzer Zeit. Wir koordinieren Messpersonal, Messpunkte und Messtechnik passend zu Schichten, Freigabeprozessen und Arbeitsfortschritt.
06
EinsatzbereichRückbau, Sanierung und kontaminierte Bereiche
Bei Rückbau-, Sanierungs- und Altlastenprojekten überwachen wir definierte Arbeitsbereiche, Schwarzbereiche und angrenzende Zonen, sofern gas- oder dampfförmige Gefährdungen relevant sind. Das Messprogramm richtet sich nach den erwarteten Stoffen und möglichen Freisetzungswegen.
Was Auftraggeber vor dem Einsatz wissen müssen.
Häufige Fragen zu Freimessen und Gasanalyse
01Was ist der Unterschied zwischen Freimessen und kontinuierlicher Überwachung?
Beim Freimessen wird die Atmosphäre vor Aufnahme einer konkreten Tätigkeit beurteilt. Dazu werden an repräsentativen Messstellen mögliche Gefahrstoffkonzentrationen, der Sauerstoffgehalt und gegebenenfalls die Explosionsgefahr ermittelt.
Können sich die Bedingungen anschließend verändern, wird die Atmosphäre während der Arbeiten wiederholt oder kontinuierlich überwacht. Die laufende Überwachung ergänzt die Ausgangsmessung, ersetzt sie aber nicht automatisch.
02Wer darf Freimessungen durchführen?
Mit dem Freimessen dürfen nur Personen beauftragt werden, die über die erforderliche Fachkunde verfügen. Diese umfasst Kenntnisse der eingesetzten Messgeräte und Verfahren, der relevanten Stoffe sowie der betrieblichen und räumlichen Bedingungen.
Zusätzlich zur fachlichen Qualifikation sind eine einsatzbezogene Unterweisung und die schriftliche Beauftragung durch den jeweiligen Arbeitgeber erforderlich.
03Wer erteilt nach der Messung die Arbeitsfreigabe?
Die fachkundige Person führt die Messung durch, beurteilt die Ergebnisse anhand der festgelegten Kriterien und dokumentiert sie.
Die formale Arbeitsfreigabe erteilt die im betrieblichen Freigabeverfahren benannte verantwortliche oder aufsichtführende Person. Dabei werden neben den Messwerten auch die weiteren Schutz-, Notfall- und Rettungsmaßnahmen berücksichtigt.
04Ist das Freimessen eine Arbeitsplatzmessung nach TRGS 402?
Nein. Das Freimessen nach DGUV Regel 113-004 dient der tätigkeitsbezogenen Beurteilung der Atmosphäre. Es ist keine Arbeitsplatzmessung oder Expositionsermittlung im Sinne der Gefahrstoffverordnung und TRGS 402.
Eine Expositionsermittlung erfordert eine gesonderte Messplanung sowie dafür geeignete Mess- und Beurteilungsverfahren.
05Welche Gase und Dämpfe können gemessen werden?
Der Messumfang richtet sich nach den erwarteten Gefährdungen und der eingesetzten Messtechnik. Erfasst werden können unter anderem der Sauerstoffgehalt, brennbare Gase und Dämpfe sowie ausgewählte Stoffe wie Kohlenmonoxid, Kohlendioxid oder Schwefelwasserstoff.
Für flüchtige organische Verbindungen stehen PID-Messungen und für definierte Zielstoffe geeignete stoffspezifische Verfahren zur Verfügung. Stäube, Aerosole oder Asbest werden durch eine Gasmessung nicht erfasst.
06Können Freimessung und Atmosphärenüberwachung auch über längere Zeiträume erfolgen?
Ja. Bei Turnarounds, Revisionen, Sanierungen und längerfristigen Industrieprojekten können einzelne Freimessungen mit wiederkehrender oder kontinuierlicher Überwachung kombiniert werden.
Das Messkonzept legt Messstellen, Intervalle, Alarmgrenzen, Verhalten im Alarmfall, Dokumentation und Personalbedarf fest. Die anschließende kontinuierliche Überwachung kann – abhängig von Gefährdungsbeurteilung und betrieblicher Organisation – auch durch entsprechend unterwiesene Personen durchgeführt werden.
Verwandte Leistungen
Messaufgabe konkret planen.
Freimessen und Überwachung passend zum Einsatz planen.
Schildern Sie uns Einsatzort, räumliche Bedingungen, geplante Arbeiten, bekannte oder mögliche Stoffe und den vorgesehenen Überwachungszeitraum. Gemeinsam mit den verantwortlichen Stellen stimmen wir Messtechnik, Personalbedarf und Dokumentation auf das Freigabeverfahren Ihres Standorts ab.